Straßenlärm reduzieren. Baurecht frühzeitig klären.

Lärmschutzwand an der Straße: Baugenehmigung und Planung

Braucht eine Lärmschutzwand an der Straße eine Baugenehmigung? Das hängt von Bundesland, Standort, Höhe und Straßenart ab. Prüfen Sie außerdem Bebauungsplan, örtliche Satzungen und Straßenrecht. Hier finden Sie eine Orientierung und die wichtigsten Angaben für Ihre Abstimmung mit dem Bauamt.

Holzbeton als Alternative zu Gabionen im Lärmschutz vergleichen

Bild einer Frau, die eine Ruhig-Geste macht

Genehmigung früh klären

Bild eines Schlosses zur Sicherheit

Standort sorgfältig prüfen

≡ DIE KURZE ANTWORT

Wann ist eine Baugenehmigung erforderlich?

Bild Lärmschutzwand: abhängig von Bundesland und Höhe

Bundesland und Höhe

Eine bundesweit einheitliche genehmigungsfreie Wandhöhe gibt es nicht. Die jeweilige Landesbauordnung und die Einordnung der geplanten Anlage bestimmen das Verfahren.

Bild: Grundstück mit Lärmschutzwand und Standortpin

Lage des Grundstücks

Innenbereich, Außenbereich und ein vorhandener Bebauungsplan können zu unterschiedlichen Anforderungen führen. Eine Wand am eigenen Grundstück ist nicht allein deshalb zulässig.

Lärmschutzwand direkt an der Straße

Nähe zur Straße

Straßenrecht, Sichtfelder und Zufahrten zusätzlich prüfen. Auch bei einer verfahrensfreien Wand können weitere Entscheidungen oder Zustimmungen nötig sein.

≡ BEISPIEL NORDRHEIN-WESTFALEN

Bis 2 Meter?
Genauer hinsehen.

Verfahrensfreiheit ist keine pauschale Baufreigabe

In NRW sind Mauern und Einfriedungen bis 2 m Höhe nach § 62 BauO NRW grundsätzlich verfahrensfrei, außer im Außenbereich. Ob Ihre Lärmschutzwand darunter fällt, ist anhand der konkreten Ausführung zu klären. Bebauungsplan, örtliche Vorschriften, Standsicherheit und Straßenrecht bleiben zu beachten. Quelle: Bauportal NRW

  • 1

    Landesbauordnung und Einordnung der Wand prüfen

  • 2

    Bebauungsplan und örtliche Satzungen berücksichtigen

  • 3

    Straßenrecht und freie Sicht an Zufahrten klären

  • 4

    Höhe, Gründung und Standsicherheit abstimmen

Bild: Vermessung Lärmschutzwand mit Leier Durisol Firmenlogo an einer Straße

≡ SECHS PRÜFPUNKTE

Was Sie vor dem Bau klären sollten

Bebauungsplan

Prüfen Sie Festsetzungen zu Einfriedungen, zulässiger Höhe und Lage. Auch Gestaltungs- oder sonstige örtliche Satzungen können für das Grundstück relevant sein.

Grundstücksgrenze

Wand und Fundament müssen auf der vorgesehenen Fläche Platz finden. Grenzverlauf, Abstandsflächen und Nachbarrecht sollten vor der Ausführung geklärt sein.

Straßenart

Gemeindestraße, Kreisstraße, Landesstraße oder Bundesfernstraße: Zuständigkeiten und straßenrechtliche Anforderungen unterscheiden sich. Fragen Sie nach der zuständigen Straßenbehörde.

Sicht und Zufahrten

An Kreuzungen und Ausfahrten darf die Wand erforderliche Sichtfelder nicht beeinträchtigen. Tore, Gehwege und sichere Zufahrten in den Lageplan aufnehmen.

Statik und Baugrund

Windlast, Wandhöhe und Boden bestimmen Gründung und Bewehrung. Auch eine verfahrensfreie Wand muss standsicher sein; erforderliche Nachweise projektbezogen klären.

Leitungen und Wasser

Unterirdische Leitungen, Entwässerung und Arbeitsraum prüfen. Das Fundament darf nicht ungeplant in Leitungstrassen oder öffentliche Flächen hineinreichen.

≡ VORBEREITUNG FÜR DAS BAUAMT

Diese Unterlagen erleichtern die Prüfung

Unterlagen zum Bau der Lärmschutzwand: Lageplan

Lageplan und Fotos

Grundstück, Straße, Grenzen, Zufahrten und geplanter Wandverlauf markieren. Ergänzen Sie Fotos der Straßenseite und vorhandener Einfriedungen.

Unterlagen zum Bau der Lärmschutzwand: Höhe definieren

Höhen und Abmessungen

Länge, Wandhöhe und Geländeverlauf darstellen. Bei Gefälle oder Aufschüttungen die Höhenbezüge mit der Behörde abstimmen, statt nur eine pauschale Höhe zu nennen.

Schutzziel und Planung

Konstruktion und Nachweise

Wandsystem, Oberfläche und Fundament beschreiben. Welche Bauvorlagen, Statik oder weiteren Nachweise erforderlich sind, erfahren Sie bei der zuständigen Bauaufsicht.

≡ GENEHMIGUNG UND SCHUTZWIRKUNG

Zulässig planen.
Wirksam abschirmen.

Eine baurechtlich zulässige Wand muss zugleich zur Lärmsituation passen. Planen Sie Höhe, Länge und Öffnungen anhand von Fahrbahn, Gelände und geschützten Bereichen. Eine absorbierende Oberfläche kann Reflexionen mindern; eine konkrete Pegelminderung am Haus lässt sich daraus allein nicht ableiten. Bei anspruchsvollen Standorten hilft eine akustische Fachplanung.

Standort
Fahrbahn und Gelände

Abmessungen
Höhe und Länge

Ausführung
Geschlossene Anschlüsse

Lärmschutzwand aus Leier-Durisol an der Straße
DSI-Holzbetonstein für eine freistehende Lärmschutzwand

≡ STRASSENRECHT ZUSÄTZLICH PRÜFEN

Besonderheiten an Bundesfernstraßen

Anbauverbote

§ 9 FStrG sieht für Hochbauten grundsätzlich Anbauverbote bis 40 m an Autobahnen und bis 20 m an Bundesstraßen außerhalb der zur Erschließung bestimmten Teile der Ortsdurchfahrten vor. Gemessen wird vom äußeren Rand der befestigten Fahrbahn.

Weitere Beschränkungen

Darüber hinaus können in Genehmigungsverfahren Zustimmungen innerhalb von 100 m an Autobahnen beziehungsweise 40 m an Bundesstraßen erforderlich sein. Die Ortsdurchfahrtsregelung ist zu beachten; diese Werte sind keine allgemeinen Grundstücksabstände.

Einzelfall abstimmen

Ob und wie Ihre Wand betroffen ist und ob eine Ausnahme möglich ist, klären Bauaufsicht und Straßenbehörde. Für Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen sind die jeweiligen landesrechtlichen Regeln zu prüfen. Quelle: § 9 FStrG

≡ HÄUFIGE FRAGEN

Häufige Fragen
zur Baugenehmigung

Die wichtigsten Antworten für private Lärmschutzwände an Straßen. Maßgeblich bleibt die Prüfung Ihres konkreten Standorts.

Nein. Maßgeblich sind Landesbauordnung, Einordnung der Anlage, Höhe und Standort. Straßenrecht und örtliche Vorgaben müssen zusätzlich geprüft werden. Eine verbindliche Beurteilung Ihres Vorhabens erhalten Sie bei den zuständigen Behörden.

Mauern und Einfriedungen bis 2 m sind in NRW grundsätzlich verfahrensfrei, außer im Außenbereich. Das ersetzt nicht die Prüfung der sonstigen Vorschriften. Lassen Sie die Einordnung Ihrer Wand und die Bedingungen am Standort vor Baubeginn klären.

Es gibt keinen pauschalen Abstand für alle Straßen. Entscheidend sind unter anderem Straßenart, Grundstücksgrenze, Straßenrecht und erforderliche Sichtfelder. An Bundesfernstraßen ist insbesondere § 9 FStrG zu prüfen.

Eine Nachbarzustimmung ersetzt keine erforderliche Baugenehmigung oder straßenrechtliche Entscheidung. Umgekehrt erledigt eine Baugenehmigung nicht automatisch alle privatrechtlichen Fragen. Grenzlage und nachbarrechtliche Anforderungen gesondert klären.

Gebühren und Bearbeitungszeit hängen vom Bundesland, Verfahren, Vorhaben und der Vollständigkeit der Unterlagen ab. Fragen Sie das zuständige Bauamt nach Gebühren, benötigten Nachweisen und dem voraussichtlichen Ablauf; pauschale Zusagen wären nicht belastbar.

≡ IHR STRASSENLÄRMSCHUTZ

Ihr Standort.
Der nächste Schritt.

Bereiten Sie Ihre Projektanfrage vor

Senden Sie uns Lageplan, Fotos sowie gewünschte Länge und Höhe Ihrer Lärmschutzwand. Teilen Sie uns mit, welche Straße angrenzt und ob bereits eine Rückmeldung des Bauamts vorliegt. So lässt sich die technische Ausführung gezielter besprechen. Die behördliche Zulässigkeitsprüfung erfolgt durch die zuständigen Stellen.

  • 1

    Ort, Grundstück und angrenzende Straßenart

  • 2

    Lageplan, Fotos und geplanter Wandverlauf

  • 3

    Gewünschte Höhe, Länge und Geländeverlauf

  • 4

    Vorhandene Unterlagen und Behördenauskünfte

Bild: Lärmschutzwand mit Leier Durisol Firmenlogo an einer Straße